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Was zählt, sind die Menschen

Innofreight Speditions GmbH

Setzte man bis vor kurzem noch auf teure, wartungsintensive Spezialwaggons, beginnt mit dem InnoWaggon und den ladegutoptimierten Innofreight-Behältern eine Zeit hoher Auslastungsgrade und Flexibilität im modernen Schienengüterverkehr. Für die Bahnen bedeutet das Plattformkonzepte und Produktionskostenoptimierung durch Reduktion der Waggontypenvielfalt. Ziel ist der höhere Kundennutzen – Kombinierbarkeit, Modulfähigkeit und neue Entladetechniken machen es möglich.

InnoWaggon

Bei Betrachtung der aktuellen Situation des Schienengüterverkehrs für schwere Güter, insbesondere Schüttgüter, lässt sich ziemlich schnell feststellen, dass es für jegliche Art von Transporten unterschiedlichstes Spezialequipment gibt. Diese Spezialwaggons teilen vor allem zwei Eigenschaften: die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten und die, durch ihre speziellen Einsatzgebiete entstehende, Inflexibilität. Doch nicht nur die speziellen Einsatzgebiete machen die Spezialwaggons im schweren Schüttgüter- und Güterbereich unflexibel, auch die Tatsache, dass sich das rollende Equipment nicht vom Aufbau trennen lässt. Dies führt auch zu einer hohen Vielfalt der Waggontypen. Bei schadensbedingten Ausfällen, unterschiedlichen saisonalen Bedarf, um nur einige Beispiele zu nennen, führt genau diese Tatsache zu einem erhöhten Equipmentbedarf und dem damit verbundenen, drastischen Kostenanstieg. Gäbe es die Möglichkeit in Fällen wie diesen, den teureren Teil, nämlich das rollende Equipment, weiterfahren zu lassen und nur den kostengünstigeren Teil (den Waggonaufbau) aus dem Verkehr zu ziehen oder zu wechseln, kann man enorme Kostenreduktionen lukrieren. Stellt man jedoch einmal den Kostenfaktor beiseite gibt es mit dem Bahnequipment auch noch einen anderen entscheidenden Nachteil. Nicht nur, dass die Flexibilität nicht gegeben ist, weist auch das Thema Arbeitssicherheit enorme Lücken auf. Klappen, die verklemmen und durch menschliche Hilfe geöffnet werden müssen, Waggons, die mit menschlichen Kräften entladen werden müssen weil sich das Equipment nicht vollständig entleeren lässt und Vereisungen, die in aufwendigen Erhitzungsprozessen resultieren, welche das Equipment wieder funktionstüchtig machen müssen zeigen Situationen auf, die die Arbeitssicherheit des beschäftigten Personals drastisch beeinträchtigen. Die Lösung von Problemen wie diesen hat sich das Unternehmen Innofreight zur tagtäglichen Aufgabe gemacht.

Der gesamte Entladeprozess war früher von Komplexität gekennzeichnet. Komplette Waggons wurden mit einer extra dafür eingerichteten Anlage gekippt und durch herausrieseln des Transportgutes entleert. Allerdings geschah es immer wieder, dass Reste des zu entladenden Materials im Spezialwagen verblieben und darum manuell nachgeholfen werden musste. Die großen Probleme traten jedoch vorwiegend während der Wintermonate auf. Vereiste Spezialwaggons machten eine Entladung teilweise unmöglich. Durch einen gezielten Analyseprozess und der Idee den Entladevorgang drastisch zu vereinfachen machte sich das Unternehmen Innofreight an die Arbeit. Unter Verwendung eines Großstaplers mit Drehgerät und Containern, die mithilfe dieses Staplers manipuliert werden können, kann der gesamte Entladeprozess nur durch den Staplerfahrer durchgeführt werden. Dieser hebt die Container vom Waggon, fährt damit zur Entladestelle, dreht den Container um die eigene Achse über Kopf, und somit das gesamte Material problemlos entladen werden kann. Eine Rüttelfunktion lässt selbst angeeistes Material brechen.

Die vielfach an leichten Schüttgütern erprobte Technik für Transport und Entladung schafft auch Industrien, die für ihre Produktion schwere Schüttgüter benötigen, große Vorteile. Wie der Name jedoch schon verrät beinhaltet der Begriff ‚schwere Schüttgüter‘ einen entscheidenden Punkt, nämlich das Gewicht. Erzielt man im Bereich der leichten Schüttgüter einen entscheidenden Vorteil durch Volumsoptimierung und der damit verbundenen optimalen Ausnutzung des Bahnprofils, liegt dieser bei den schweren Schüttgütern im Zuladungsfaktor. Daraus lässt sich dann vereinfacht ableiten, dass je leichter das Equipment, desto höher die Menge des zu transportierenden Gutes ist (da das Gesamtgewicht begrenzt ist). Die Idee war geboren, einen neuen universellen Containertragwagen zu entwickeln (= InnoWaggon) und diesen mit ladegutoptimierten Behältern auszustatten. Der InnoWaggon ist der derzeit leichteste 8-achsige Containtertragwagen, den es auf dem Markt gibt. Je 4 Achsen tragen einen sogenannten Halbwagen, wobei beide Halbwagen über eine Zug-Druck-Stange untrennbar miteinander verbunden sind. Das Eigengewicht beträgt pro Halbwagen 14,5 t das sind 29 t für den gesamten InnoWaggon. Die Herausforderung in der Entwicklung bestand darin, eine Gewichtsoptimierung unter Berücksichtigung aller Sicherheitsnormen und -standards zu schaffen.

Der InnoWaggon ist mit einer Knorr-Kompaktbremse (lärmarme Bremse) und ELH Fahrwerken ausgestattet. Eine der größten Besonderheiten ist die Zug-Druck-Stange. Sie ist ein beträchtlicher Baustein zur Reduktion des Eigengewichts des Waggons, da sie beide Halbwagen untrennbar miteinander verbindet und dabei sowohl die Funktion der Stoß-, als auch der Zugeinrichtung übernimmt. Das wiederum impliziert den Entfall von Puffern als Stoßeinrichtung und den Entfall von Zughaken und Zuglaschen als Zugeinrichtung zwischen den beiden Halbwagen. Die Leichtigkeit der Konstruktion ermöglicht eine Nettozuladung von 75,5 t pro Halbwagen und somit eine höhere Zuladung als bei normalen Standardtragwagen erreicht werden kann. Nimmt man beispielsweise die Streckenklasse D ist, unter Berücksichtigung des Eigengewichts der aufgesetzten Container, eine Zuladung von 140 t möglich.

Verbindet man diese Neuentwicklung mit der Gesamtstrategie des Unternehmens ist sofort ersichtlich, dass diese neueste Entwicklung aus dem Hause Innofreight die Schlüsselschnittstelle für den modularen kombinierten Verkehr darstellt. Der Tragwagen besitzt die Möglichkeit, jegliche Arten von Containern zu transportieren. Der erste erhebliche Vorteil befindet sich in der Tatsache, dass ein erster großer Schritt in Richtung Standardisierung des Equipments gemacht wird. Wo früher noch die unterschiedlichsten Spezialwaggons im Einsatz waren gibt es jetzt die Möglichkeit komplette Flotten über ein Standardsystem laufen zu lassen.

InnoWaggon ist der ideale, universelle Basiswaggon für sehr viele Transportbedürfnisse.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der maßgebliche Nutzen dieser Innovation und des Gesamtkonzepts natürlich der Zuladungsfaktor durch den gewichtsoptimierten 80ft InnoWaggon darstellt. Durch die gesteigerte Zuladung sind weniger Transporte für die gleiche Transportmenge notwendig und der Nutzen für den Kunden steigt. Weiters wird durch den Einsatz dieses Innofreight-Bausteins in der Gesamtlogistikkette auch die Flexibilität im Einsatz des Equipments maßgeblich verbessert und erhöht.

Da viele Eisenbahnunternehmen mit sehr alten Wagen ausgestattet sind und ein großer Bedarf an neuer Technologie, vor allem im Bereich von Schüttguttransporten gegeben ist, stärkt der InnoWaggon in Kombination mit den unterschiedlichen Aufbauten auch die Eisenbahnunternehmen in deren Wettbewerbsfähigkeit mit der Straße. Weg von Spezialwagen, wo Behälter und Tragwerk eine Einheit bilden, und hin zu gewichtsoptimierten und einheitlichen Containertragwagen, die bedarfsgerecht mit den entsprechenden Behältern ausgestattet werden können – das ist der Wunsch und auch das Ziel der Eisenbahnunternehmen, der Kunden und Innofreight. Das ist die neue, zukunftsweisende Technologie im Bereich des kombinierten Verkehrs.